Stevie's full of good intentions

Monday, January 29, 2007

Stromberg

Ich muss gestehen, dass ich "Stromberg" mit reichlich Verspätung zur Kenntnis genommen habe. Die Serie habe ich überhaupt nie gesehen. Erst als die Werbespots liefen, habe ich mich gefragt, wer denn das ist, der so viel Schwachsinn erzählt.

Letzten Freitag habe ich mir dann die DVD mit der ersten Staffel gekauft.

Stromberg polarisiert ziemlich stark. Die Reaktion meiner lieben Kollegen ist entweder "find ich nicht lustig/kann ich nichts mit anfangen" oder "ich lieg nach fünf Minuten in der Ecke vor Lachen". Meine Reaktion ist die letztere. Das ist - muss ich so sagen - nicht ganz ungefährlich. Jemand, der Stromberg wirklich gut findet, ist meiner bescheidenen Meinung nach kaum noch zu gebrauchen für den Alltag in einem deutschen Büro. Außerdem bin ich ständig versucht, Bernd Stromberg nachzuahmen. Ich glaub, das könnt ich ganz gut ...

Sehr angetan bin ich auch von dem Schauspieler Christoph Maria Herbst. Erstmal ist es ja nicht so ganz einfach, so eine unsympathische Figur zu verkörpern. Außerdem scheint Herr Herbst die Fähigkeit zu besitzen, sozusagen in die Rolle "Bernd Stromberg" hinüberzugleiten. Eben hat man noch mit Christoph Maria Herbst zu tun, dann weiß man es nicht so genau, und dann sagt er etwas, was eigentlich nur Bernd Stromberg sagen kann.

Und noch was: Wenn man (wie ich) einige Jahre Büroalltag auf dem Buckel hat, fallen einem so einige Kollegen ein, mit denen man zu tun hatte und hat. Und wenn einem die einfallen, hält man Stromberg nur noch für, na ja, "marginal überzeichnet" ...

Bernd Stromberg ist Alfred Tetzlaffs legitimer Nachfolger.

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Sunday, January 28, 2007

"Tür an Tür mit einem anderen Leben" und "Die Lücke, die der Teufel lässt"

In den letzten Jahren hat Alexander Kluge "Tür an Tür mit einem anderen Leben" und "Die Lücke, die der Teufel lässt" veröffentlicht.

Inhalt dieser Bücher sind Sammlungen von Geschichten. Aber was für welche ! Kluge liefert keine abgeschlossenen, "runden" Geschichten, sondern nur das Rohmaterial. Seine Geschichten sind Anstöße und Anregungen, selbst weiterzudenken. Teilweise wird das noch forciert, indem nach der Geschichte ein aufgezeichneter Dialog folgt (wer ihn führt, bleibt unklar).

Und erst die Themen ! Es ist eine wahre Fundgrube im Vergleich zu dem Schrott, den man sonst immer vorgesetzt bekommt ! Mir gefallen z.B. die "Lokomotiven im Weltbrand" sehr gut. Da beschreibt er u.a. wie während des 1. Weltkriegs zwei Eisenbahnunglücke stattfinden. Die Zahl der Opfer ist gering im Vergleich zu den Gefallenen an der Front. Dennoch wurden beide Unfälle weit mehr beachtet.

Natürlich sind es viele "Kluge-Themen": Revolution, Krieg. Und auch sehr persönliche Themen (seine Geburtsstadt Halberstadt am Harz, sein Vater): Aber auch das kann sehr interessant sein, wenn er z.B. überlegt, wie sein Vater an einem Abend im Jahre 1932 zufällig Walter Benjamin getroffen hätte.

Also: Wenn Sie einmal ein paar richtig interessante Texte lesen wollen und Lust haben, selbst weiterzudenken ...

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Friday, January 26, 2007

Die größten 100 Fußballspiele aller Zeiten

Im Februarheft von "11 Freunde" sind die 100 größten Spiele aller Zeiten aufgelistet.

Die Zusammenstellung lässt erahnen, dass es in der Redaktion doch den ein oder anderen Eintracht-Fan gibt. Denn die Eintracht ist 4 x unter den ersten 53 vertreten !

Rang 8: Am 18.5.1960 verliert die Eintracht 7:3 im Finale des Europapokal der Landesmeister gegen Real Madrid. Nun ja, gegen so ein Team (mit Ferenc Puskas und Alfredo di Stefano) darf man auch mal verlieren ...

Rang 25: Am 29.5.1999 gewinnt die Eintracht 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern und schafft den Klassenerhalt ! Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich damals Radio gehört habe. ES WAR DER WAAHNSINN !

Rang 28: Am 28.5.1959 gewinnt die Eintracht 5:3 gegen die Offebächer (haha !) und wird MEISTER !

Rang 53: Die Eintracht gewinnt 6:3 gegen Reutlingen und schafft den AUFSTIEG !

Was fehlt ? Na ja, das 5:1 gegen die Bayern im UEFA-Cup Halbfinale 1980 hätts auf jeden Fall verdient ...

Und sonst, also mal von der Eintracht abgesehen? Für mich ist das größte Spiel aller Zeiten das 3:2 gegen England bei der WM 1970. Wie Beckenbauer aus dem Nichts ein blitzsauberes Tor macht ! Uwe Seelers Tor mit dem Hinterkopf ! Und Gerd Müllers artistischer Treffer zum 3:2 ! Ich hab das natürlich alles auf DVD ...

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Tuesday, January 23, 2007

Was ist der Gegensatz von proaktiv?

Gestern sagte ich jemandem, er möge mauern. Die Angelegenheit alles andere als "proaktiv" handhaben. Eben "propassiv".

Dann fiel mir aber ein: Ist das denn richtig? Oder wär "postpassiv" besser gewesen?

Monday, January 22, 2007

Sylvester Stallone und Anselm Kiefer

Sylvester Stallone scheint wirklich nicht so dumm zu sein, wie man denken könnte, wenn man einen oder zwei seiner Filme gesehen hat.

In einem Interview mit der Süddeutschen erzählte er, dass er sich für 1,7 Mio. Dollar ein Werk von Anselm Kiefer gekauft habe. Und dieses Kunstwerk bestand wohl u.a. auch aus Stroh. Nun geschah es, dass das Stroh langsam herunterfiel. Daraufhin habe Stallone den Händler angerufen und gesagt: "Der Kiefer haart." Der Händler habe ihm wiederum gesagt: "Mister Stallone, das muss so sein, das Bild geht durch eine Entwicklung, das Bild lebt". Das wiederum habe er nicht eingesehen und die Halme mit Klebstoff wieder angeklebt.

Hätt' ich genauso gemacht, Mister Stallone.

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Sunday, January 21, 2007

Guantanamo

In der letzten Woche hat ein Untersuchungsausschuss des Bundestages Herrn Murat Kurnaz vernommen.

Kurnaz berichtete, dass es auf Guantanamo Isolationszellen gebe, in denen die Temperatur auf ganz kalt oder ganz heiß eingestellt werden konnte. Außerdem konnte man die Luftzufuhr ganz abdrehen, so dass nach einiger Zeit der Sauerstoff verbraucht war und der Gefangene in Ohnmacht fiel.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste ist, dass Kurnaz lügt und sich alles nur ausgedacht hat. Schieben wir das mal beiseite. Dann kann man das, was auf Guantanamo geschieht, nur noch als Folter bezeichnen.

Selbst der Regierung Bush sollte klar sein, dass man den Krieg gegen den Terror sicher nicht mit den Methoden des Staatsterrors gewinnen kann.

Als die Bundeskanzlerin den US-Präsidenten traf, soll sie gesagt haben, dass die Bundesregierung mit Guantanamo und allem, was dort geschieht, nicht einverstanden sei. Das ist aller Ehren wert. Dennoch ist es wohl an der Zeit, dass auch die Bundesregierung deutlicher wird.

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Saturday, January 20, 2007

Vom Umgang mit dem Sturme

Die Deutsche Bundesbahn (sie wird zunehmend zu einem Themenschwerpunkt dieses Blogs und hat jetzt schon ein eigenes Label) erklärte anlässlich des Sturms "Kyrill": "Wir sind stolz, eine schwierige Situation bewerkstelligt zu haben".

Na ja. Also gut: Die Bahn hat ihren Betrieb eingestellt. Damit gab es keinen Unfall und kein grenzenloses Chaos. Das ist schön.

Aber dass am Freitag abend immer noch kein Zug fuhr, weil man die ganze Geschichte so kurz vor dem Wochenende auch nicht mehr aufs Gleis setzten wollte ... das, Herr Mehdorn, ist mal wieder kein Ruhmesblatt.

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Handball-WM

Normalerweise hasse ich es ja, wenn jemand bei einer Sportveranstaltung erzählt, er sei für Schottland oder so ähnlich.

Aber seit ich erfahren habe, dass Grönland bei der Handball-WM mitspielt ... Also, erstmal herzlich Willkommen in diesem brutal heißen Land ! Und viel Erfolg !

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Monday, January 15, 2007

"Das blonde Fallbeil" aka "Der Würger von Wolfratshausen"

Genauso wie hessische kann auch bayerische Landespolitik gelegentlich sehr interessant sein. Geradezu faszinierend ist es, aus welchem nichtssagenden Anlass und innerhalb wie kurzer Zeit sich das Schicksal gegen Herrn Edmund Stoiber zu wenden scheint. Vor so ca. 3 -4 Wochen eitel Sonnenschein ... und jetzt steht er mit dem Rücken zur Wand ! Und zwar dermaßen, dass "irgendjemand" der Bildzeitung Informationen über Seehofers Liebesleben zuspielen musste. Eben dieser Seehofer hatte es gewagt ... also ... stellen Sie es sich vor: Er hat öffentlich seine Loyalität versichert ! Hätt er besser lassen sollen ! Außerdem ist er doch lange genug in der Politik, um zu wissen, dass sich so etwas nicht gehört.

Und die Frau Pauli ? Die bayerische SPD sollte sie zum Ehrenmitglied machen. Sie hat mehr für die Partei (die Partei ! Die Partei hat immer Recht !) getan als irgendjemand sonst.

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Saturday, January 13, 2007

Ein Bürgerkrieg unter Beteiligung der USA

Was sich im Irak abspielt, kann man nicht anders bezeichnen als einen Bürgerkrieg unter Beteiligung der USA mit 30.000, 60.000 oder sogar 600.000 toten Zivilisten.

Dem entsprechend wurde die Entscheidung, noch mehr Truppen in den Irak zu entsenden, von dem republikanischen Politiker Chuck Hagel als die schlechteste Entscheidung in der US-Außenpolitik seit Vietnam bezeichnet.

Wofür Chuck Hagel sonst einsteht und wofür er sich hat wählen lassen, weiß ich nicht. Aber diese Aussage halte ich exactement für richtig. Hinzufügen kann man nur, dass die Entscheidung von dem schlechtesten Präsidenten seit Nixon (und es gab einige schlechte !) getroffen wurde.

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Friday, January 12, 2007

Andreas Feininger und Andreas Gursky

In der Moritzburg bei Halle ist vom 17.12.2006 bis zum 11.3.2007 eine Ausstellung mit Werken von Andreas Feininger zu sehen. Den Katalog zur Ausstellung (That's photography !") habe ich natürlich auch schon. Sehr schön! Einige Bilder (wie das von der Highway 66) haben sich derart tief in das Fotogedächtnis eingegraben, dass man sie kaum noch mit dem Fotografen assoziert. Da wird deutlich, wie sehr Feininger das Bild von den USA geprägt hat (und wohl immer noch prägt). Schön sind auch einige Familienfotos, die Feiningers Vater, den Maler Lyonel Feininger, und seinen Bruder Theodor Luke "Lux" Feininger zeigen.

Die Werke von Andreas Gursky werden in der Kunsthalle München gezeigt (17.2.2007-13.5.2007). Den Ausstellungskatalog habe ich noch nicht. Dennoch: Wenn man die Werke dieser Großmeister der Fotografie vergleicht, entdeckt man durchaus einige Parallelen. Zum Beispiel gibt es Fotos von Feininger, die er in Coney Island (damals ein Vergnügungspark) aufgenommen hat. Oder Feiningers Fotos von den Menschenmassen auf der Fifth Avenue. Die könnten durchaus von Gursky sein.

Sehr interessieren würde mich, wie Feininger (immer sehr an technischen Fragen interessiert)mit der aktuellen Fotografietechnik umgehen würde.

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Sunday, January 07, 2007

Im Pokal gegen die Offebächer !

Da wer mer denen mal wieder zeigen, wo der Frosch die Locken hat !

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Friday, January 05, 2007

Neues Wort gelernt

Hier in Münster ist ein "Seger" oder ein "Segers" das, was anderswo ein "Typ" ist

Was ich noch nicht herausgefunden habe: Ob ein schofeler Segers sowas wie ein weißer Schimmel ist, oder ob es auch jovele Segers gibt.

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Wednesday, January 03, 2007

Gute Vorsätze für 2007

Auch wenn das neue Jahr schon drei Tage alt ist: Für gute Vorsätze ist es noch nicht zu spät.

Meine sind:

- Energiesparen (Elektrogeräte nicht unnötig eingeschaltet lassen ! Und mindestens 50 Mal mit dem Rad zur Arbeit fahren !)

- Mehr Sport (Mindestens 2000 km mit dem Rennrad !)

Sie hören davon ...

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Monday, January 01, 2007

Departed

Gestern, also am letzten Abend des Jahres 2006, war ich im Kino. Es lief "Departed", der neue Film von Martin Scorsese. Mit: Jack Nicholson, Leonardo di Caprio und Matt Demon. Leider ist es aber so, dass eine Starbesetzung allein noch keinen guten Film ergibt; sogar dann, wenn ein guter Regisseur die ganze Geschichte lenkt und leitet. Die Idee war, dass es an irgendeinem Punkt egal ist, ob man Polizist ist oder zur Gegenseite gehört.

Nicht, dass der Film wirklich schlecht gewesen wäre. Aber die ganze Geschichte war eben doch arg übersichtlich. Und das viele Blut und die vielen Leichen, also na ja, wer's mag ... o.K., o.K., schon in "Taxi Driver" sieht man die Spritzer mit Harvey Keitels Gehirn an der Wand.

Wirklich sehenswert war Jack Nicholson, wie er eine Ratte nachmacht. Wahrscheinlich wär es dem Film besser bekommen, wenn Robert de Niro mitgespielt hätte und nicht Jack Nicholson. Wenn man schon einen Film über organisiertes Verbrechen dreht sollten die Italiener unter sich sein. Dann noch die Rolle der Psychologin mit Sofia Coppola besetzt ...

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