Stevie's full of good intentions

Monday, July 09, 2007

Melsungen

Vor kurzem war ich mal wieder in Melsungen, meiner Heimatstadt. Melsungen zeichnet sich dadurch aus, dass fast die gesamte Altstadt aus Fachwerkhäusern besteht und dass dieses Ensemble nahezu komplett erhalten werden konnte.

Mir allerdings ging es so, dass ich erstmals eine gewisse Distanz empfand. Die Fachwerkhäuser kamen mir nicht nur schön vor, sondern auch unzeitgemäß. Ich wunderte mich ein wenig, dass tatsächlich Menschen darin wohnten. Eine sehr merkwürdige Erfahrung.

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Saturday, February 03, 2007

Handball-WM 1978

Am Tag vor dem Finale etwas zur Handball-WM 1978. Damals haben meine Eltern mit Ihren Freunden eine Wanderung gemacht, die in einer Wirtschaft in einem kleinen Dorf endete ("beim Marcello", sagte meine Mutter vor ein paar Tagen). Im Hinterzimmer stand ein Fernseher.

Auch wenn ich erst elf Jahre alt war, habe ich (anders als die meisten Erwachsenen) erfasst, dass sich da etwas Denkwürdiges abspielte; etwas, an dass sich die Leute noch Jahrzehnte später erinnern werden. Und so war es ja auch ! Brand in der Abwehr, Erhard Wunderlich im Rückraum, Kurt Klühspiess, Horst Spengler am Kreis, Arno Ehret und natürlich Jo Deckarm !

Ich muss mal schauen, ob das Finale von 1978 im Fernsehen gezeigt wird. So zur Einstimmung. Das wär was für mich !

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Tuesday, September 05, 2006

Treu bis in die vierte Liga

Also, vielleicht mache ich gerade einen Riesenfehler und erstelle ein Blog, für das ich aus der Stadt gejagt werde, aber was solls.

Seit sechs Jahren wohne ich in Münster. Und der Fußballverein der Stadt sind die Preußen. Preußen Münster.

Als Eintracht-Fan bin ich ganz sicher keiner von denen, die immer auf der richtigen Seite stehen. Was es heißt, mit seinem Verein zu leiden, weiß ich. Ich bin auch der Meinung, dass man nur dann ein richtiger Fan ist, wenn man mit seinem Verein schonmal abgestiegen ist. Aber die Preußen ?

Nachdem sie 1963 bei der Gründung der Bundesliga mit dabei sein durften, sind sie mittlerweile in der Oberliga angekommen (Bundesliga, 2. Bundesliga, Regionalliga, Oberliga ...). Ein einziges Trauerspiel ! Und trotzdem hat man den Eindruck, dass es noch genug Leute gibt, die immer wieder irgendwelche glorreichen Momente (1:1 gegen den HA-ES-VAU im Jahre 1963) hervorkramen oder von einem Wiederaufstieg nach Mainz-Aachen-Freiburger-Modell träumen. Dream on ...

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Tuesday, July 04, 2006

Am Morgen danach gehd Lebbe weider

Vorab mal eines: Für mich ist man nur dann ein richtiger Fußballfan, wenn man schon einmal mit seinem Verein abgestiegen ist. Wem das noch nicht passiert ist, der kann eigentlich nicht mitreden.

Beim ersten Abstieg der Eintracht kann ich mich noch erinnern, wie ich in Marburg über den Ortenberg-Steg ging. Von unten hörte ich ein paar Schalke-Fans: "Heut schießen wir den Adler ab, heut schießen wir den Adler ab ...". Ich habe mir noch kurz überlegt, dass ich doch bei meinem Verein sein sollte in seiner dunkelsten Stunde. Aber ich bin dann doch nicht nach Frankfurt gefahren.

Zu dem Spiel stand am Montag danach in der Zeitung zu lesen, dass Sylvia Schenk, die Sportreferentin der Stadt Frankfurt, auf der Haupttribüne gesessen und geweint habe. Wenn ich neben ihr gesessen hätte, ich hätte auch geweint.

Und nach dem Abstieg? Man hatte den Eindruck, dass der ganze Verein auseinanderbricht. Aber, wie Stepi in seiner unvergelichlichen Art sagte: "Lebbe ged weider".

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Friday, June 30, 2006

Zum Tod meines Lieblingsdichters

Es ist hart, aber wohl leider unvermeidlich: Ich muss mein Blog mit einem Nachruf auf meinen Lieblingsdichter eröffnen. Soeben habe ich erfahren, dass Robert Gernhardt gestorben ist.

Zum ersten Mal bin ich vor ca. 25 Jahren auf ihn aufmerksam geworden. Seitdem begleitete er mich mit seinen Gedichten, Karikaturen, Essays und Bildern. Seit einigen Jahren war deutlich zu merken, dass es auch Gernhardt nicht einfach hatte: Der Tod seiner Frau Almut, die Herzerkrankung, die Krebserkrankung. Ich habe es sehr bewundert, wie Gernhardt mit diesen Schicksalsschlägen umgegangen ist, wie er Gedichte über seinen Umgang mit seiner Krankheit schrieb.

Am besten gefallen haben mir Gernhardts Essays: "Glück Glanz Ruhm" oder "Gedanken zum Gedicht". Aber wenn ich es mir recht überlege, ist mein Kopf voll mit Gernhardts tief- und hintersinnigen Versen.

Mach's gut, Robert. Danke für alles.

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