Stevie's full of good intentions

Friday, January 09, 2009

Wenn man Karten für das Burgtheater bestellen möchte

wird man von dem Programm nach dem Titel gefragt. Wenn man nun klickt, eröffnen sich zahllose mögliche Titel: "Abg.", "Abg. z. NR Dr.", "Amtsrat", "Arch.", "Bakk. iur.", "BM", "Botschafter", "Bundesminister a.D.", "Bürgermeister Dr.", "Dipl. Inf.", "Dipl. Bio", "Dir.", "Dir. Dr.", "Gouverneur", "Hofrat", "Kammersänger", "Komm. Rat", "Stellv. Landeshauptmann", "Vizebürgermeister", just to name a few. Was macht man nur, wenn man keinen Titel hat? Kommt man dann überhaupt rein? Oder schickt man dann einen Titelträger vor? Und was macht man, wenn man einen Titel wie "Inspektor" oder "Oberwachtmeister" hat, der in dem Menü nicht vorkommt?

Nun ist es nicht so, dass ich etwas gegen Österreicher hätte. Im Gegenteil! Aber wenn es um Titel geht, nun ja, dann bin ich doch der Auffassung, dass sie es etwas übertreiben.

In einer sehr schönen Geschichte von Kishon erzählt er von einem Aufenthalt in Wien. Natürlich ist es so, dass einfach jeder einen Titel hat. So ist z.B. der Fahrer Parkrat. Die Geschichte endet, als Kishon im Flugzeug zurück nach Israel sitzt.

"Über dem Mittelmeer verfiel ich in einen tiefen, levantinischen Schlummer. Im Traum erschien mir die erlauchte Gestalt des Kaisers Franz Joseph I. in strahlender, ordengeschmückter Uniform. »Majestät«, stotterte ich erschauernd. » Kaiserlich-Königlich Apostolische Majestät . . . Allergnädigster Herr . . . «
»Lass den Unsinn«, unterbrach mich der Gesalbte. »Sag Franzl zu mir.«

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Saturday, November 22, 2008

Dem Schwaben ins Buch geschrieben!

Im Laufe dieser Woche hielt ich mich in Schwaben auf.

Zu den Leidenschaften des Schwaben scheinen das Bauen und die Ordnung zu gehören. Die Ästhetik allerdings weniger. Dies führt nun dazu, dass der Schwabe, seiner Bauleidenschaft gehorchend, gelegentlich munter drauflosbaut. Die Frage, ob das von ihm Gebaute schön ist ... nun ja, sie wird wohl nicht gestellt. Sehr negativ fiel mir auch auf, dass der Schwabe die Funktionsbereiche nicht recht trennen mag. Da findet man auf der einen Straßenseite Wohnhäuser und auf den anderen ein Fabrikgelände.

Nicht umsonst fiel mir - mal wieder - Robert Gernhardt ein. Diesmal war es:


Nachdem er durch Metzingen gegangen war

Dich will ich loben: Häßliches,
du hast so was Verläßliches.

Das Schöne schwindet, scheidet, flieht -
fast tut es weh, wenn man es sieht.

Wer Schönes anschaut, spürt die Zeit,
und Zeit meint stets: Bald ist's soweit.

Das Schöne gibt uns Grund zur Trauer.
Das Häßliche erfreut durch Dauer.

Mein alter Freund Robert berichtete, dass er nach Erscheinen dieses Berichts einige Briefe erhalten habe: Ob er denn tatsächlich Ihr Metzingen meine? Bzw. durch Ihr Metzingen gegangen sei? War er natürlich.

Irgendwann gab es einmal eine Veröffentlichung mit dem Titel: Mit "Gernhardt durchs Jahr". "Mit Gernhardt durchs Leben", das fehlt noch.

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Sunday, April 13, 2008

Mal wieder was zum Thema Bahn

Auch wenn meine letzte Bahnreise doch schon wieder zwei Wochen zurück liegt, muss ich mal was zum Thema Bahn schreiben.

Mein Eindruck von der Bahn war nämlich überaus positiv! Da gibt es Zeitungen im Zug zu kaufen! Und das Essen im Speisewagen war auch lecker! Und wenn der Anschlusszug in Dortmund nicht geschafft wird, na, dann steigt man eben in Köln um und in Frankfurt, so dass man am Ende doch pünktlich in Regensburg ist.

Problem nur: Die lieben Mitreisenden. Meine Herren! Da steigt jemand ein und streitet sich mit einem anderen Fahrgast um die Reservierung. Bis sich herausstellt, was von Anfang an klar war: Einer von beiden ist zu dämlich, um die Reservierung zu verstehen ... Immer drauf achten, in welchem WAGEN man reserviert hat! Es gibt mehrere Wagen in einem Zug!

Oder die Dame, die ihren ca. 25 kg schweren Riesenkoffer unbedingt nach oben auf die Ablage wuchten will, obwohl sie ihn im Gepäckfach mit einem abschließbaren Stahlseil sichern könnte ...

Oder auch eine Gruppe von vier Mitreisenden, die entweder das Selbstverständliche kommunziert ("der Würzburger Hauptbahnhof") oder aber ihr nutzloses Trivialwissen ("Wien hat 23 Stadtbezirke").

Ich wünsche der Bahn, dass sie die Fahrgäste bekommt, die sie verdient.

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Friday, March 28, 2008

Stadtgedicht

In den letzten Tagen war ich auf Reisen. Da fiel mir auf, dass es gar nicht so viele Städte gibt, in denen ich noch nie war. Dies veranlasste mich, ein kleines Gedicht zu verfassen. Die Nähe zu Robert Gernhardt, nun, sie lässt sich nicht leugnen. Wahrscheinlich hätte Robert gereimt.

Stadtgedicht

In Berlin wohnt ein Freund von mir,
den hab ich oft besucht.
In Düsseldorf war ich zur Prüfung.
In München habe ich studiert.
Aber in Stuttgart war ich noch nie.

In Frankfurt spielt mein Lieblingsverein
ich sah ihn siegen und verlieren.
In Regensburg war ich zu Gast bei einer Hochzeit.
In Essen hab ich gearbeitet.
Aber in Magdeburg war ich noch nie.

In Bonn hab ich promoviert
sehr schöne Feier in der alten Aula
In Bielefeld hab ich mir einen Anzug gekauft
In Wiesbaden war ich bei einem Kongress
Aber in Karlsruhe war ich noch nie.

In Hamburg war ich bei einer Ausstellung,
bei einem Konzert und im Michel
In Bremen hatte ich einen Notartermin
In Würzburg bei einem Seminar
und in Nürnberg war ich gerade
zu einem Gespräch mit der Bank
aber zuvor, zuvor war ich da noch nie.

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