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Thursday, May 17, 2007

Jürgen Habermas über den Markt für seriöse Zeitungen

Die Tatsache, dass die Gesellschafter des Süddeutschen Verlags einen Verkauf der Süddeutschen Zeitung planen, hat Jürgen Habermas veranlasst, sich ein paar Gedanken zum Thema "Markt und seriöse Zeitungen" zu machen und seine Gedanken in ebendieser Zeitung zu veröffentlichen. Er kommt zu dem Fazit, dass keine Demokratie sich ein Marktversagen auf diesem Sektor leisten könne.

Nun gut. Zunächst ist es ja sehr verdienstvoll, dass sich ein großer Denker wie Jürgen Habermas Gedanken um die "seriösen" Zeitungen (dazu rechnet er die Süddeutsche, die FAZ, die Zeit und den Spiegel) macht. Ich fände es auch nicht gerade lustig, wenn die Süddeutsche an irgendeinen Finanzinvestor verkauft würde, der erst einen hohen Kaufpreis bietet, dann den Rotstifthammer kreisen lässt und vielleicht am Ende sieht, dass es so doch nicht geht.

Habermas schlägt vor, seriösen Zeitungen z.B. durch Stiftungsmodelle mit öffenlicher Beteiligung oder Steuervergünstigungen für Familieneigentum zu helfen. Ich habe erhebliche Zweifel, ob das der Weisheit letzter Schluss ist. Denn ein Stiftungsmodell mit öffentlicher Beteiligung würde doch wieder dazu führen, dass der Ministerpräsident im Stiftungsbeirat sitzt. Dann wären wir schnell wieder beim Thema Staatspresse. Steuervergünstigungen für Familieneigentum? Bitte, die Zeitung mit den großen Buchstaben gehörte doch dem Herrn Springer. In Österreich gehört die "Krone" der Familie Dichand. Steuervergünstigungen für Springer und Dichand?

Ehrlich gesagt wäre es mir am liebsten, wenn die Süddeutsche sozusagen an die Leser verkauft würde: Man gründet eine Aktiengesellschaft oder eine Genossenschaft und bietet den Lesern Anteile an. Ich würde Anteile zeichnen. Allerdings würde ich mich in der Gesellschafterversammlung dafür aussprechen, dass der Herr Kaiser endlich in Rente geht. Gell, Herr Kaiser? Der beste Zeitpunkt, aufzuhören, ist schon lange vorbei.

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