Stevie's full of good intentions

Saturday, May 31, 2008

Die Geduld eines belgischen Brauereipferdes

braucht man, wenn man mit manchen Unternehmen zu tun hat. Damit meine ich nicht die Reinigung oder der Copyshop. Denn da machen die Inhaber wirklich hervorragende Arbeit. Ich meine Unternehmen wie die Postbank oder TUI.

Die Postbank schickt einem Werbung Werbung Werbung. Kommt man dann auf die Idee, tatsächlich eines ihrer Angebote wahrzunehmen, so stellt man schnell fest, dass einige Unterlagen vorgelegt werden müssen. Das ist ein nachvollziehbares Unterfangen. Es kann ja jeder kommen und sagen: "Mein Gehalt? 4.000 brutto." Diese Unterlagen kann man natürlich nicht online einreichen. Daher kam ich auf die Idee: Geh doch einfach in eine Filiale, leg die Unterlagen vor und schon steht die Laube. Weit gefehlt. Denn der freundliche Mann in der Postfiliale kann keine Online-Konditionen anbieten. Also muss ich es doch Online machen. Aber irgendwann sind wir natürlich an einem Punkt, dass ich dann wieder in die Filiale muss wegen der Unterlagen.

Ähnlich frustrierend gestaltete sich der Versuch, bei TUI einen Fluch zu buchen. Das wollte ich online machen. Als es dann ans Bezahlen ging, wurde eine Kreditkarte verlangt. Da ich sogar eine habe, wollte ich damit bezahlen. Das ging aber nicht. Schön, dachte ich mir, geh halt in ein Reisebüro. Da zahlst Du dann in bar und die leiten das Geld weiter an TUI. Da ging es aber auch nicht. Fahr ich also mit dem Zug nach Klagenfurt. Nur: Warum in aller Welt krieg ich jetzt den TUI-Newsletter? Von einem Unternehmen, welches auch dann nicht in der Lage ist, mir Leistungen anzubieten, wenn ich mich noch so sehr bemühe?

Das Ganze endete übrigens damit, dass ich jetzt zum Katerpreis (94 €) mit einem Nachtzug nach Klagenfurt fahre. Is eh billiger.

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Thursday, May 29, 2008

Splitter, Balken und Augen

Meiner nicht immer bescheidenen Meinung nach ist der folgende Satz einer der bemerkenswertesten in der Bibel:

"Aber was siehst du den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, aber den Balken der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr?"

Lukas Evangelium 6,41, findet sich aber ähnlich auch in anderen Evangelien.

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Monday, May 26, 2008

Was man von den Österreichern übernehmen kann

Aus Anlass der Kandidatur von Frau Schwan rege ich an, die in Österreich übliche Abkürzung "HBP" zu übernehmen. Heißt: "Herr Bundespräsident". Allerdings muss das im Hinblick auf Frau Schwan modifiziert werden (unsere oder die FBP).

Weiter könnte man den Ausdruck "die Rettung" übernehmen. In Österreich kommt nicht der Notarzt oder der Krankenwagen, sondern die Rettung. Am Gebäude der Rettung steht dann auch ganz schlicht: "Wiener Rettung".

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Thursday, May 15, 2008

Ein paar Worte zur EM

Vor zwei Wochen war ich mal wieder in Wien und stellte fest, dass die Stadt schon voll im EM-Fieber ist. In einem der vielen Wettbüros habe ich dann erfahren, dass die deutsche Mannschaft mit einer Quote von 5:1 Turnierfavorit ist. Krassester Außenseiter - bedauere, dies berichten zu müssen - ist die österreichische Mannschaft mit einer Quote von 100:1.

Nun, wie sind denn die Chancen der deutschen Mannschaft einzuschätzen?

Fangen wir mal bei den Torhütern an. Jens Lehmann ist hat nicht viel Spielpraxis und ist manchmal ganz schön unsicher. Timo Hildebrandt spielt auch nicht oft im Verein. Deswegen wäre es gut gewesen, wenn man sich von Anfang an für einen guten Torwart mit viel Spielpraxis entschieden hätte. Wie z.B. Robert Enke. Es ist ja nicht so, dass wir keine guten Torhüter hätten. Hoffentlich bedarf es keines folgenschweren Lehmann-Patzers, um das einzusehen.

Die Abwehr sollte auch kein Problem sein. Da gibt es ein paar gute Leute, auch wenn Metzelder nicht spielen kann. Es ist eh merkwürdig mit dem Münsteraner. Bei den WM-Turnieren spielte er gut und sonst war meist verletzt.

Im Mittelfeld ist der Ausfall von Bernd Schneider ein großer Verlust, den man erstmal kompensieren muss. Auch ohne Schneider ist das Mittelfeld gut besetzt mit Ballack, Frings und Schweini.

Und im Sturm? Mein Favourit ist Mario Gomez. Das ist der beste deutsche Stürmer. Der macht auch dann ein Tor, wenn man ihm den Ball nicht direkt auf den Schlappen spielt. Deswegen gibt es wirklich die schönsten Kombinationen. Gomez und Klose? Gomez und Podolski? Oder Kuranyi? Man muss mindestens bis zur EM 1996 zurückdenken, bis einem ein ähnlich gefährliches Sturmduo einfällt.

Ich erinnere mich an das Spiel gegen die Niederlande bei der letzten EM. Da war Kevin allein zu Haus und stand gegen vier niederländische Abwehrspieler. So wirds nicht mehr sein. So nicht.

Also, Freunde: Schaffen können wir es!

Was übrigens sehr schön wäre: Wenn die Schweizer Mannschaft in Österreich antreten würde oder das österreichische Team in der Schweiz. Das würd mir gefallen!

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Wednesday, May 07, 2008

Keine Prüfungen mehr!

Dem Vernehmen nach wurden dieser Tage die Abiturklausuren geschrieben. Weil ich sonst nichts besseres zu tun hatte, habe ich mir ein paar Aufgaben angesehen. Natürlich nur in "meinen" Fächern.

Eine Aufgabe, die ich durchaus gerne gelöst hätte, ist die folgende:

"Es ist mit Meinungen, die man wagt, wie mit Steinen, die man voran im Brette bewegt: sie können geschlagen werden, aber sie haben ein Spiel eingeleitet, das gewonnen wird."
(Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen)

Erörtern Sie, ausgehend von einer Erläuterung dieser These, Chancen und Risiken von Meinungsäußerungen im öffentlichen Diskurs!


Na, das schreibt sich doch fast von selbst. Und die Frage, wie es denn zum 1. Weltkrieg gekommen ist, na, da ließe sich auch noch was zu schreiben.

Reichlich unangenehm finde ich allerdings die Aufgabe, das folgende Gedicht zu interpretieren:


"Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ist dem Tode schon anheimgegeben,
Wird für keinen Dienst auf Erden taugen,
Und doch wird er vor dem Tode beben,
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen!

Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe,
Denn ein Tor nur kann auf Erden hoffen,
Zu genügen einem solchen Triebe:
Wen der Pfeil des Schönen je getroffen,
Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe!

Was er wünscht, das ist ihm nie geworden,
Und die Stunden, die das Leben spinnen,
Sind nur Mörder, die gemach ihn morden:
Was er will, das wird er nie gewinnen,
Was er wünscht, das ist ihm nie geworden.

Ach, er möchte wie ein Quell versiechen,
Jedem Hauch der Luft ein Gift entsaugen,
Und den Tod aus jeder Blume riechen:
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ach, er möchte wie ein Quell versiechen!"

Meine Güte! August von Platen. That's heavy stuff. Zumal mir zu diesem Mann nur die Schmähschrift von Heine einfällt und das, was Robert Gernhardt über dieses Gedicht gesagt hat:

"Es liegt an eines Menschen Schmerz, an eines Menschen Wunde nichts,
Es kehrt an das, was Kranke quält, sich ewig der Gesunde nichts!
Und wäre nicht das Leben kurz, das stets der Mensch vom Menschen erbt,
So gäb's Beklagenswerteres auf diesem weiten Runde nichts!
Einförmig stellt Natur sich her, doch tausendförmig ist ihr Tod,
Es fragt die Welt nach meinem Ziel, nach deiner letzten Stunde nichts;
Und wer sich willig nicht ergiebt dem ehrnen Lose, das ihm dräut,
Der zürnt ins Grab sich rettungslos und fühlt in dessen Schlunde nichts;
Dies wissen Alle, doch vergißt es Jeder gerne jeden Tag,
So komme denn, in diesem Sinn, hinfort aus meinem Munde nichts!
Vergeßt, daß euch die Welt betrügt, und daß ihr Wunsch nur Wünsche zeugt,
Laßt eurer Liebe nichts entgehn, entschlüpfen eurer Kunde nichts!
Es hoffe Jeder, daß die Zeit ihm gebe, was sie Keinem gab,
Denn Jeder sucht ein All zu sein und Jeder ist im Grunde nichts."

Reime auf Wunde nichts! Du kriegst die Motten! Jetzt stelle man sich vor, im Schulamt oder im Kultusministerium hätte man gesagt: Mal sehen, was den jungen Leuten dazu einfällt!

Nee, nee, Prüfungen sind echt kein Spaß. Gut, dass ich mit dem Thema durch bin. All denen, die es noch nicht sind, wünsche ich schöne Aufgaben und viel Glück!

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